Im Mitmach-Internet steckt eine Menge Kraft – das haben virtuelle Soziale Netzwerke und die Internetenzyklopädie Wikipedia eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aber auch in der Unternehmenskommunikation lassen sich die Stärken des “Neuen Internets” voll ausspielen.
Web-2.0-Anwendungen erleichtern Kommunikation, Interaktion und Information. Social Networks und Sofortnachrichtendienste schaffen eine neue Form von Offenheit. Sie eröffnen direkte Kontaktmöglichkeiten; Bürokratie und Hierarchie umgehen sie. Zentrale Wissensspeicher fungieren als das für jeden zugängliche große Gedächtnis der Mitarbeiter. In kürzester Zeit können Netzwerke wichtige Informationen an alle Systemteilnehmer weiterreichen. Nicht zuletzt steckt in Social Software eine Quelle für Kreativität und Ideen. Wikis und Blogs eröffnen den Weg aus der Normierung des Denkens und bietet neuen Ansätzen einen repräsentativen Platz.
Großunternehmen sammeln bereits Erfahrung
Was für manchen illusorisch klingt, wenden große Konzerne bereits an. So betreibt etwa IBM einen internen Blogdienst für Mitarbeiter. Im Intranet veröffentlichen Tausende von Beschäftigten beständig Beiträge auf ihren Blogseiten. So profilieren sie sich auf ihrem Spezialgebiet und tauschen Innovationen aus und stellen sie zur Diskussion. Auch Führungskräfte betreiben solche Blogseiten. Sie geben so Zugang zu aktuellen Informationen. Interessant ist hier die Möglichkeit ungefilterte Rückmeldungen von der Basis zu erhalten.
Für Großunternehmungen bieten sich auch interne soziale Netzwerke an. Über solche Anwendungen können Mitarbeiter über Suchfunktionen schnell Experten für spezifische Probleme finden. Der einzelne Beschäftigte kann sich dann direkt an diese per E-Mail oder sogar Instant Messanger an den Zuständigen wenden.
Auch die Kunden mögen Web 2.0
Natürlich gibt es auch außerhalb des Unternehmens Zielgruppen der Unternehmenskommunikation. Besonders die Endkunden nehmen interaktive Anwendungen gerne an. Wikis und Foren eignen sich bestens für den Support. So kann man auch die Arbeit anderer, erfahrener Kunden gleich kostenlos mitverwerten. Die sind schnell zur Stelle um bei Problemen zu helfen und schlagen so manchen Kundendienst; sie freuen sich über Insiderinformationen, die sie sogleich im Web 2.0 verbreiten dürfen. Vor allem im Bereich der Open Source Software läuft dieser Mechanismus exzellent.
Widerstände überwinden
Ein großes Problem bei der Einführung von sozialer Software im Unternehmen ist Widerstand oder das Desinteresse in der Belegschaft. Wenn das Unternehmen selbst ein Technologievorreiter ist, ist die Zahl der Kritiker wahrscheinlich groß. Daher muss das System bewusst auch von der Unternehmensleitung genutzt und offen propagiert werden. Die Nutzung sollte mit Bonusprogrammen verknüpft werden und Mitarbeiter, die sich bei der Nutzung besonders hervortun, belohnt werden.
Christoph D., WOW Student Team .CoOP, Universität der Bundeswehr München
studium+ Kurs Dr. Barbara Niedner
25. April 2008
Um auf den Punkt “Widerstände überwinden” näher einzugehen, sollte angemerkt werden, dass es oft sicherlich nicht am Desinteresse der Belegschaft liegt, sondern viel mehr am fehlendem technischen Knowhow.
Viele der älteren Mitarbeiter, die nunmal nicht im Zeitalter des Computers groß geworden sind, haben kaum Ahnung wie sie ihren Rechner, falls sie einen haben, hochfahren, geschweige denn wie sie einen Beitrag schreiben. Doch genau diese erfahrenen Arbeiter braucht es.
Deshalb sollten Unternehmen, welche aus Blogs, durch die Ideen ihrer Belegschaft, profitieren wollen eine Art Grundkurs am PC einführen, sodass jeder auch die Möglichkeit hat sich einzubringen.
Wenn diese Voraussetzung geschaffen ist und Unternehmen dann für gute Ideen “was springen lassen”, wird es sich sicher schnell für das Unternehmen auszahlen.
Die entstandenen Unkosten durch Förderprogramme werden dann schneller wieder ins Unternehmen fließen wie die Buchhaltung “schauen” kann.